So habe ich mich zunächst auch nicht über eine Mail der CDU-Kreisgeschäftsstelle gewundert, mit der diese eine Broschüre zu Stuttgart 21 von der Bundespartei an mich weitergeleitet hat - wenn auch dies in meiner mittlerweile 22jährigen Parteizugehörigkeit eine Premiere darstellte.
Da ich - jedenfalls vorläufig - nicht beabsichtige, Pro S 21 zu argumentieren, habe ich der Mail zunächst wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Beim nochmaligen Hinschauen ist mir dann allerdings aufgefallen, dass die Mail nicht vom Inhalt, wohl aber von der Form und der "Verpackung" her doch eben diesen zweiten Blick verdient:
In dem Screenshot oben sind von mir gerötete Stellen zu erkennen. Dort waren im Original Namen und dazugehörige eMail-Adressen zu sehen. Und zwar nicht nur die hier wiedergegebenen sechs oder sieben, sondern ein offener Verteiler von nicht weniger als 585 weiteren Einträgen, der im Einzelnen zwar recht amüsant zu lesen war. Doch wäre mir lieber, wenn nicht jede weitere hiermit angeschriebene Person nun über meine Mailadresse verfügte.
Um einem Einwand vorab zu begegnen; Ich verrate hier keineswegs Parteigeheimnisse, was sich einerseits aus der beachtlichen Anzahl von im Verteiler enthaltenen BNN-Mailadressen ergibt wie andererseits aus solchen von Personen, die wohlbekannt und nachweislich Mitglied anderer Parteien sind.
Und ich kann mir nun wirklich nicht erklären, welches Interesse ich daran würde haben können, mich jetzt im Datenbestand - sagen wir etwa - der Buchbinderei der JVA Bruchsal oder des Falke-Shops wiederzufinden.
Von Herrn Brüstle noch angeschrieben zu werden muss ich hingegen wohl ebenso wenig gewärtigen wie es wahrscheinlich ist, dass sang- und klanglos untergetauchte, knapp gescheiterte OB-Kandidaten oder aber deren Wahlkampfmanager (!) - auch deren Namen und Erreichbarkeiten finden sich in dem Verteiler wieder - den Wunsch verspüren sollten, sich mit mir in Verbindung zu setzen - wenn auch nach wie vor von einem von ihnen noch eine Antwort aussteht. Einzelne von Ihnen werden sich hieran erinnern.
Geradezu rührend, um zur unterhaltsamen Seite des Posts zurückzukehren, ist der augenscheinlich gemachte Konservativismus - richtiger wohl: Nostalgie: denn was glauben Sie wohl, auf wessen Bildschirm - unterstellt man den Verteiler als ebenso echt wie aktuell - eine Mail an oberbuergermeister@bruchsal.de landet? Ich kann nicht versprechen, dass es mich nicht jucken wird, dies auszuprobieren. Wenn Sie mir nicht gar zuvorkommen.
Traurig ist, dass diese Sache jedoch auch einen ernsthaften Aspekt hat. Auch wenn sich die Gelehrten darüber streiten mögen, ob ein solches Vorgehen datenschutzrechtlich verboten ist, so ist diese für den Absender jedenfalls ungewohnt "offene Kommunikation" wohl mit Sicherheit eines: ebenso überflüssig wie datenschutztechnisch unsensibel. Zumal auf dem Verteiler auch ein Name auftaucht, der dem einen oder anderen als Vorsitzender der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft geläufig ist. Eine von deren Projektgruppen befasst sich mit "Datenschutz, Persönlichkeitsrechte". Wohl ohne die persönliche Mitwirkung des Vorsitzenden.

